2010er

Denkmalforschung entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Die ehemalige innerdeutsche Grenze veränderte ihr Gesicht im rasanten Tempo.

Zum einen griffen zahlreiche Strukturmaßnahmen in der einstigen Grenzregion, aber auch die menschlichen Zeitzeugen vergaßen oft die historischen Zusammenhänge aus der Zeit vor 1990. Dazu kam, dass die Politik im Lande seit den 1990er Jahren die konsequente Verwestlich der ehemaligen DDR forcierte.

Die verbliebenen Reste der einstigen DDR-Grenze standen in den meisten Fällen zwar unter staatlichen Denkmalschutz, gewissenhafte und nachhaltige Denkmalforschung und die Erhaltung der Baulichkeiten wurde jedoch nicht betrieben.

Vielmehr erkannte Familie Erhard im Zuge ihrer eigenfinanzierten Forschungsreisen, dass so gut wie alle Grenzdenkmale, obwohl diese Denkmalgeschützt waren, umgebaut, ungenutzt oder dem Verfall überlassen waren.
2010er6Im Zusammenhang mit ihrer dritten Forschungsreise, welche alle 58 ehemalige Grenzabschnitte tangierte wurden von Familie Erhard umfängliche und in die Tiefe gehende Denkmalforschungen an den baulichen Zeugnissen der Teilung unternommen.

Es konnte hierbei auch auf Archivmaterial und Zeitzeugenberichte zurückgegriffen werden.

Ziel war es, den Historikern der Zukunft, aber auch den interessierten Menschen im Lande wissenschaftliche Materialien über den Aufbau und die Wirkungsweise der DDR-Grenzsperranlagen zu überlassen. Laut Überzeugung der Familie Erhard sollte die Geschichtsschreibung immer in Verbindung mit den originalen Sachzeugnissen, eben den geschützten Denkmalen erfolgen.

Im Jahr 2010 wurde der Öffentlichkeit durch Familie Erhard ihre Dokumentation „Denkmalprofile“ vorgestellt.

Auszug/Leseprobe aus der Dokumentation Denkmalprofile © 2013

 

Entdeckung und Erforschung der Feldwachstellung am Sternberg bei Behrungen

Bereits im Jahr 2006 wurden erste Erdstellungen der DDR-Grenzkontrollorgane am Sternberg bei Behrungen/Thüringen durch Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard entdeckt und erfasst. Im Zuge einer umfänglichen Nacherfassung im Jahr 2010 konnte durch Familie Erhard eine komplette Feldwachstellung der DDR-Grenzsicherung aus den 1960er Jahren ermittelt werden. Für Familie Erhard stand sofort fest, dieses einmalige Zeugnis aus den 1960er Jahren müsse erhalten werden. Diese Erdstellungen wurden laut später gesicherten Zeitzeugenaussagen durch das “Kommando Grenze“ der Nationalen Volksarmee errichtet und bis in die 1980er Jahre unterschiedlich genutzt. Bei der Feldwachstellung handelt es sich um eine ca. 200 Meter lange Gesamtanlage welche am Waldrand des Sternbergs verläuft. Unterschiedliche U-Stellungen, Beobachtungsstände und Schützenstellungen wurden hier errichtet. Ca. 100 Meter zurückversetzt befindet sich noch ein Fundament, welches vermutlich mit einem Kommandobunker oder einem Bunkerbauteil der Ausführung „Paket“ versehen war.

Wie gesicherte Funde von Fernmeldeutensilien aus der damaligen Zeit belegen, waren die einzelnen Erdstellungen sowie der Kommandobunker untereinander mit Fernmeldetechnik, z.B. Feldfernsprechgeräte ausgestattet und verbunden.

Im Jahr 2006 wurden auf Antrag von Familie Erhard erste Teile der Stellung unter staatlichen Denkmalschutz gestellt. Die komplette Schutzstellung als Bodendenkmal erfolgte nach der Neuerfassung im Jahr 2012.

 

Entwicklung und Veröffentlichung der Dokumentationsreihe „Studien zur Denkmalforschung“

Unter dem Hintergrund, dass die noch verbliebenen Sachzeugnisse der deutschen Teilung sowie der alliierten Truppenstationierung in Deutschland zunehmend dem Verfall preisgegeben werden, erkannte Familie Erhard diesbezüglich dringenden Aufklärungsbedarf. Nach Ihrer Überzeugung sollten möglichst viele bauliche Zeugnisse der vierzigjährigen Deutschen Teilungsgeschichte erhalten werden. Diese denkmalschützerische Herausforderung gilt gleichermaßen für West- und Ostdeutschland.

Flankiert durch ihre zahlreichen Forschungen und Entdeckungen im Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze erarbeitete Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard Anfang der 2010er Jahre ein Konzept zur Realisierung von ihren „Studien zur Denkmalforschung“.

Innerhalb dieser dokumentarischen Studien  werden je nach Aktualität Forschungsergebnisse sowie Feldstudien zur praktischen Denkmalforschung der Familie Erhard publiziert und der breiten Öffentlichkeit nahegebracht.

Die veröffentlichten „Studien zur Denkmalforschung“ unterteilen sich in überwiegend oberirdische Forschungen sowie unterirdische archäologische  Forschungen. Unter dem Aspekt des gelebten Umwelt- und Naturschutzes wird eine Teilauflage der Buchwerke seit Anfang der 2010er Jahre nicht mehr ausschließlich in Papierform hergestellt. Für jede Verkaufte e-documentation (CD-ROM) pflanzen wir, als Beitrag für die Natur und der kommenden Generationen einen heimischen Baum auf geeigneten Grundstücken in der Main-Rhön-Region. Die Dokumentationsserie „Studien zur Denkmalforschung“ wird ausschließlich als e-documentation (CD-ROM) verlegt. Sie erscheint innerhalb der Edition Deutsche Einheit und ist beim Stiftungs- und Initiativenverlag erhältlich.

 

Deutsche Einheit und Völkerverständigung sowie Integration

Deutschland als ganzes wurde in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend mehr zum Mittelpunkt unterschiedlicher Kulturen und Völkersinteressen.

Nicht zuletzt durch die steigende Zahl von Besuchern und geführten Gruppen im Areal des Deutsch- deutschen Freilandmuseums bei Behrungen erkannte Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard bereits vor Jahren den Bedarf an spezieller und verständlicher Geschichtsvermittlung für diese Personengruppen und Neubürger.

Es lag auf der Hand, sollte die Eingliederung und partnerschaftliche Integration von Menschen aus anderen Kulturen, Glaubensrichtungen oder politischen Kreisen in Deutschland auf Dauer erfolgreich sein, so waren auch Grundkenntnisse zur deutschen Geschichte im Rahmen der Eingliederungsbestrebungen erforderlich. Gerade die jüngere Historie mit ihren unverrückbaren Parametern, Krieg, Teilung und Einheit sollte hierbei an erster Stelle der Kooperation und Vermittlung stehen. Bereits seit mehreren Jahren werden daher auch Auslandsdelegationen sowie Gruppen mit Migrationsintergrund von Familie Erhard durch die historischen Denkmalanlagen geführt und speziell mit der Thematik zur deutschen Einheit befasst.

Ab den 2010er Jahren wurden diese Bestrebungen zu Integration ausländischer Mitbürger und zur gelebten Völkerverständigung nochmals erweitert. 2010er3So konnten besonderes angepasste Besichtigungs- und Führungsprogramme für ausländische Gruppen entwickelt werden. Auch die eigens publizierte Chronik „von der doppelten Staatsgründung zur Deutschen Einheit“  wurde als Teil der Bildungsbestrebungen aufgenommen.

Verstärkter Kontakt zu externen Bildungs- und Integrationseinrichtungen im Bundesgebiet sollte entstehen. Alle ausländischen Delegationen, Gruppen oder Vereine erhalten von Familie Erhard seither im Rahmen der historischen Führungen und Schulungen eine gesonderte Erinnerungsplakette.

Exkursion mit tschechischer Weiterbildungsgruppe und Übergabe einer Erinnerungsplakette © 2013

 

Entdeckung und Denkmalforschung der Feldstellung (russische Armee) auf der Behrunger Höhe

Bereits in den 1950er Jahren wurde die kleine DDR-Ortschaft Behrungen als Standort für die DDR Grenzkontrollorgane, welche zu diesem Zeitpunkt noch „Deutsche Grenzpolizei“ hießen ausgewählt.

Aus dieser Zeit stammt eine noch erhaltene und unter Baudenkmalschutz stehende Grenzbaracke. Vermutlich im gleichen Zeitraum errichteten die DDR-Grenzschützer eine Feldstellung, welche als Ausweich- oder Verfügungsraum im Spannungs- und Verteidigungsfall genutzt werden sollte. Die Feldstellung ist in Richtung Westen angelegt, die Unterkünfte der Soldaten sind in ca. 500 Meter Entfernung sehr gut einsehbar. Die Erdstellung befindet sich am Rande einer Waldfläche innerhalb der Gemarkung Behrunger Höhe. Neben einer Gruppenstellung sowie Erdstellungen für Fernmelde- und Beobachtungs- sowie Horchtätigkeiten befinden sich am Waldrand in Richtung zum Ort zahlreiche Schützenmulden.

Nach Befragung und Nachforschung in Archiven durch Familie Erhard konnte die Aufgabenstellung dieser Anlage nachrecherchiert und gesichert werden.

Nach Zeitzeugenberichten wurden die Anlagen in den 1980er Jahren von den Angehörigen der russischen Armee für Richtfunk und Fernmeldetätigkeiten genutzt.

Laut Familie Erhard handelt es sich daher bei den noch gesicherten Erdstellungen auch um ein Sachzeugnis der Alliierten Besatzung in Deutschland.

Da Denkmale, welche in Zusammenhang mit der alliierten Besatzung stehen eher selten aufzufinden sind, gilt laut Familie Erhard dieser Anlage besonderes geschichtliches Interesse.

Nach der Erforschung durch Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard im Jahr 2011 erfolgte auf Antrag die staatliche Schutzstellung als Bodendenkmal.

 

Schulprojekt „Bürgerengagement – wir machen mit“

Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard hat seit Jahrzehnten Kontakt zu Schulen und unterschiedlichen weiteren Bildungsträgern. Gerde das gelebte Bürgerengagement kommt nach ihrer Meinung im schulischen Alltag der jungen Erwachsenen meistens zu kurz. Überfrachtet durch Leistungsdruck und zahlreichen modernen Kommunikationsmöglichkeiten erachten viele Jugendliche das Bürgerschaftliche Engagement als nicht mehr zeitgemäß oder gar als überflüssig. Familie Erhard sah in diesem Zusammenhang Handlungsbedarf und erarbeitete im Jahr 2011 das Projekt „ Bürgerengagement – wir machen mit“.

Seither geht Familie Erhard auf Schulen sowie weitere Bildungsträger und Lehrkräfte zu. Ihr Anliegen ist es, Basisarbeit im Rahmen dieser Thematik zu leisten.

So werden u.a. Vorträge, Projekttage oder Projektwochen angeboten und bei Zusage seitens der Schulleitung in Verbindung mit Klassen oder Seminaren erarbeitet. Das Ziel ist hierbei, dass sich aus der Klasse heraus, durch die Schüler ein möglichst breites Spektrum des gelebten Bürgerengagements entwickelt.

Andreas Erhard, kann bei den Vorträgen und Schulungen sein fundiertes Wissen um Rhetorik und Pädagogik einbringen, er war in den 1980er Jahre langjährig ehrenamtlicher Dozent am Berufschulzentrum bei Schwabach. In Verbindung zum Schulprojekt „Bürgerengagement – wir machen mit“ sind themenbezogene Exkursionen möglich.

Die Trägerschaft über dass Schulprojekt „ Bürgerengagement – wir machen mit“ liegt beim Deutschen Kuratorium zur Förderung von Wissenschaft, Bildung und Kultur e.V.

 

Bodendenkmal Forschungen im Grenzabschnitt 44

Um den Historikern der Zukunft aussagefähiges und gewissenhaft erforschte Materialien und Anschauungsobjekte zu liefern, entschied sich Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard dazu einen ehemaligen Grenzabschnitt komplett zu erforschen.

Für diesen privaten Forschungsauftrag, für welchen keine staatlichen Fördermittel verbraucht wurden, kam nur der Grenzabschnitt 44 in engere Auswahl. Bei der Erforschung der tatsächlichen Grenzlinie sowie der Staatsgrenze der DDR konnte Familie Erhard auf umfangreiches Archivmaterial aus den 1980er Jahren sowie Zeitzeugenhinweisen zurückgreifen. Die Feldforschung erfolgte ausschließlich zu Fuß.

Im Zuge der ca. ein Jährigen Recherchen konnten an besonderen Stellen im Grenzabschnitt 44 mehrere aussagekräftige Erdstellungen der DDR-Grenztruppen ausfindig gemacht werden. 2000er10Diese aufgefundenen Gruppenstellungen, Beobachtungs- und Horchposten, Grenzaufklärungsstellungen, Sicherungs- und Verteidigungsposten sowie Schützenmulden mussten vorerst gesichert und oft vom Baumbewuchs befreit werden. Durch Familie Erhard wurden dann diese Sachzeugnisse der Teilungsgeschichte vermessen, beschrieben und betitelt. Eine umfängliche Fotodokumentation wurde angelegt. Auch die militärische Struktur im Grenzabschnitt wurde erforscht. In diesem Zusammenhang war ein umfängliches Aktenstudium innerhalb von Archiven und Bibliotheken erforderlich. Zahlreiche in der Zeit der Teilung als „streng geheim“ eingestufte Akten und militärische Einsatzvarianten wurden ausgewertet.

Erdstellung mit Schutzstellungsprädikat © 2013

Nach Abschluss der Forschungen sind heute alle ehemaligen Postenpunkte im Gelände des Grenzabschnitts 44 bekannt und zugeordnet. Auch die umfänglichen Abrieglungspunkte, welche bei Grenzdurchbrüchen relevant waren, wurden benannt. Nach der Ortsbesichtigung durch die Denkmalschutzbehörden erfolgte im Jahr 2012 die staatliche Schutzstellung als Bodendenkmal.

 

Entdeckung und Erforschung der DDR-Grenzaufklärungsstellung auf den Höhnhügeln bei Mendhausen

Seit der ersten Schutzstellung eines Bodendenkmals mit „Innerdeutschem Grenzbezug“ konnte Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard ihren Stand der Nachforschungen und die Aufgabenstellung solcher Erdstellungen nachhaltig erweitern.

An besonderen Stellen im Gelände, ob nun im früheren DDR-Schutzstreifen oder im einstigen DDR-Grenzgebiet waren fast in jedem der 58 früheren Grenzabschnitte Beobachtungsstände und Stellungen der DDR-Grenzkontrolle oder der zahlreichen freiwilligen Helfer.

Zu einer dieser besonders exponierten Geländestreifen zählen die Höhnhügel bei Mendhausen im Landkreis Hildburghausen.

Im Jahr 2012 entdeckte Familie Erhard oberhalb der Höhnhügel eine umfängliche Aufklärungs- und Beobachtungsstellung aus der Zeit der deutschen Teilung.

Die Erdstellung ist auf die Länge von ca. 100 Metern entlang des Bergrückens angelegt und gliedert sich in drei Einzelbereiche. Zur Stellung gehören eine Gruppenstellung, Laufgräben Schützenmulden, Sicherungs- und Beobachtungsgräben sowie eine vorgelagerte Kontrollstellung.

Laut Familie Erhard kann anhand der erhaltenen militärischen Anlagen die Aufgabenstellung und Wirkungsweise der DDR-Grenzaufklärung gut nachvollzogen werden.

Im gleichen Jahr erfolgte die Ausweisung als Bodendenkmal für die Gesamtanlage.

 

Rose der Einheit – Benennung einer Rose nach der Deutschen Einheit

Bereits mit Hinblick auf das 25. Jubiläumsjahr der Deutschen Einheit im Jahr 2015 entwickelte Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard die Vorstellung eine neu gezüchtete Rose nach der Deutschen Einheit benennen zu lassen. So wurden schon im Jahr 2011 durch Familie Erhard Rosenzuchtbetriebe welche in Europa- und Deutschland tätig sind mit einer entsprechenden Anregung zur Neuzucht und Benennung einer geeigneten Rose betraut.

Mit einer solchen Benennung wäre nach der Vorstellung von Familie Erhard wiederum ein symbolischer Botschafter der deutschen Vereinigung geschaffen.Rose der Einheit

Diese „Rose der Deutschen Einheit“ sollte dann auch in zahlreichen öffentlichen Parkanlagen so z.B. dem Park des Bundespräsidenten, die Parkanlage des Bundeskanzleramtes sowie die Grünanlagen der Landtage sowie der Städte und Gemeinden zieren. Auch wäre wünschenswert, dass sich zahlreiche private Gartenbesitzer mit dieser Einheitsrose anfreunden könnten und somit das Vermächtnis des Zusammenwachsens von ost und west nachhaltig umsetzen.

Im Jahr 2012 konnte Familie Erhard den Rosenzuchtbetrieb Kordes & Söhne welcher in der Nähe von Hamburg ansässig ist von der „Rose der Einheit“ überzeugen.

Ein geeigneter Rosenkandidat wurde im September 2012 von Familie Erhard vor Ort ausgewählt. Besonderer Wert wurde durch Familie Erhard bei der Auswahl der neu zu benennten Rose auf die Farbkombination und das Zusammenspiel zweier Farben im Blütenkörper gelegt.

                                                                       Rose der Einheit, Plakat zur Rosentaufe © 2014

Die offizielle Rosentaufe erfolgte am 15.September 2014 im Rahmen der Vorbereitungen der Bundesgartenschau in der Havelregion in Brandenburg an der Havel. Bis mitte 2015 war die Rose der Einheit ausschließlich innerhalb der Bundesgartenschau (BUGA 2015) zu bewundern. Seit Herbst 2015 ist die Rose der Einheit auch im Handel erhältlich. Im gleichen Jahr wurde ihr das unter Rosenzüchtern äußerst begehrte “ADR-Gütesiegel” zuerkannt.

 

Erforschung und Dokumentation der westlichen Landesgrenze

Seit über zwanzig Jahren ist Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard im Sinne der gelebten Deutschen Einheit in den neuen Bundesländern tätig. Eine der wichtigsten Säulen ihres umfänglichen Engagements ist die Denkmalpflege und Denkmalforschung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, hierzu werden seit Jahren dokumentarische Werke sehr erfolgreich publiziert. In Rahmen zahlreicher Recherchen und Zeitzeugenbefragungen hörte Familie Erhard immer wieder: „Auf der westlichen Seite der Grenze war doch nichts!“ So wurde bereits vor mehreren Jahren mit der konsequenten Erforschung der westlich Landesgrenze am einstigen deutsch-deutschen Grenzverlauf begonnen.
DIGITAL CAMERADa die Anfänge der Forschungen von den einstigen westlichen Grenzregionen eher zurückhaltend angenommen wurden, plante die Familie auch ein eher kleineres dokumentarisches Werk, mit ca. 150 Seiten ein. Zum Redaktions- und Forschungsabschluss im Herbst 2012 war jedoch die Überraschung perfekt. Die Familie Erhard konnte entlang der westlichen Landesgrenze auf dem Gebiet der Bundesländer Schleswig-Hohlstein, Niedersachsen, Hessen und Bayern im Rahmen von Forschungsreisen zahlreiche Zeitzeugen befragen, Texte und Bilder sichern sowie baulich relevante Zeugnisse der deutschen Teilungsgeschichte benennen und beschreiben.

Familie Erhard bei der Erfassung und Dokumentation von Sachzeugnissen, entlang der westlichen Landesgrenze © 2013

Bereits als vergessen und endgültig verloren geglaubtes Wissen zur westlichen Landesgrenze in der Zeit der deutschen Teilung konnte somit für die Nachwelt erhalten und veröffentlicht werden. In diesem Zusammenhang sind zwei Dokumentationen mit insgesamt über 600 Seiten erschienen:

Band I. Denkmalforschung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze - Historie der westlichen Landesgrenze

Band II. Denkmalforschung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze - Bauliche Zeugnisse der westlichen Landesgrenze

Beide Bücher werden mit einer Bildergalerie-CD angeboten.

Fazit:

Mit diesen beiden Veröffentlichungen ist der Familie Erhard wiederum ein überragender und entscheidender Beitrag zur deutsch- deutschen Geschichtsvermittlung gelungen.

Auszug: Financial Times Hamburg

 

Erforschung und Benennung der amerikanischen Feldbefestigungsanlagen in der Gemarkung von Üchtelhausen

In den 2010er Jahren begann Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard die noch erhaltenen Erdstellungen, welche durch die Amerikanischen Streitkräfte in den 1970er Jahren angelegt wurden, zu erforschen. Bei diesen nach Pioniergrundsätzen angelegten Feldstellungen handelt es sich um aussagekräftige Sachzeugnisse der alliierten Besatzung und der Zeit der deutschen Teilung.

In den 1970er und 1980er Jahren wurden durch Soldaten der in Schweinfurt stationierten Amerikanischen Streitkräfte regelmäßig Feldlager, Alarmstellungen und Verteidigungs- sowie Fernmeldestellungen angelegt. In erster Linie handelte es sich hierbei um militärische Erdbefestigungsanlagen. Andreas Erhard erinnert sich noch, dass erstmals in den 1970er Jahren regelmäßig amerikanische Truppenverbände im Gemarkungsbereich von Üchtelhausen solche Erdbewegungen durchführten und an vier Stellen Feldbefestigungsanlagen errichteten und gefechtsmäßig bezogen.

Im Jahr 2013 konnte Familie Erhard diese einmaligen Zeugnisse der Besatzungszeit wieder auffinden. Es handelt sich um ein Feldlager mit zahlreichen Schützen und Verteidigungsgräben in der nördlichen Gemarkung Hain. Diesem Feldlager ist eine ca. 300 Meter entfernte Sicherungs- und Beobachtungsstellung in westlicher Richtung zuzuordnen. Am Wachtelberg finden sich noch gut erhaltene U-Stellungen, diese konnten als Fernmeldestützpunkt angelegt sein. Die Beobachtungs- und Verteidigungsstellung am Weipoltshäuser Berg mit Blickrichtung auf die Staatsstraße 2280 runden den historischen Rahmen der erhaltenen Sachzeugnisse ab.

Im Zuge der Forschungen wurden umfängliche Skizzen angelegt. Jede Erdstellung konnte Vermessen und bezeichnet werden. Im Nachgang erfolgten zahlreiche Forschungen durch Familie Erhard in Archiven und Bibliotheken. Auch Zeitzeugen wie z.B. Soldaten, welche am Bau der Anlagen beteiligt waren konnten in den Vereinigten Staaten von Amerika ermittelt werden.

DIGITAL CAMERADie Zeit der alliierten Truppenstatiunierung in Deutschland wurde mit dem Zeitpunkt der Wiedervereinigung im Jahr 1990 aufgehoben. Daher verlassen bis 2015 so gut wie alle Soldaten der Amerikanischen Streitkräfte die Bundesrepublik Deutschland.

Bei der alliierten Besatzungszeit sowie den ab 1955 erfolgten, alliierten Truppenstationierungen handelt es sich um eine geschichtlich abgeschossene Zeitspanne. Somit haben diese von Menschenhand angelegten Baulichkeiten im Sinne der Bodendenkmalpflege Relevanz.

Die Ergebnisse der Feldforschung wurde im Jahr 2013 durch Familie Erhard im Rahmen der Serie, „Studien zur Denkmalforschung“ veröffentlicht.

Feldforschungen an im Zuge der Dokumentationsarbeiten durch Familie Erhard © 2013

 

Archäologisches Ensemble am Helmergsgraben

Zum Abschluss von annähernd zehn Jahren Aktenstudium, Archiv- und Bibliothekbesuche sowie zahlreichen Zeitzeugenbefragungen erkundete Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard im Frühjahr 2013 den Grenzzug d. zu e. im Bereich des früheren Grenzabschnitts 44. Innerhalb der Gemarkung des sogenannten Helmersgrabens, einer unwegsamen Bodenverwerfung, sollten sich nach Übereinstimmung von gesichteten Unterlagen sowie Zeitzeugenaussagen mehrere Feldbefestigungsanlagen der DDR-Grenzkontrollorgane befinden. Aufgrund der Geländebeschaffenheit, welche an einen Kamelrücken/Höcker erinnert, war hier die DDR-Grenzstaffelung zu keiner Zeit in seiner Komplexität ausgebaut. Dieser Umstand führte dazu, dass unmittelbar an der Grenzlinie bis hin zur Schnittstelle der Sperrzone zum Innland der DDR verstärkte militärische Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen errichtet wurden. Familie Erhard konnte im Zuge ihrer Feldforschungen zahlreiche zusätzlich von den Grenzsoldaten erbaute Erdstellungen entdecken.

Folgende Feldbefestigungsanlagen, welche dieser erweiterten Grenzsicherung zuzuordnen sind, wurden im Jahr 2013 aufgefunden, erforscht und benannt:

Diagonal zur Grenze verlaufende Grenzaufklärerstellung
Angelegt für drei bis vier Soldaten am „Seeben Berg“.

Standort: DDR-Grenzgebiet/Schutzstreifen (vorgelagertes Hoheitsgebiet).

Gruppenstellung bei der Habichtsburg.
Diese Erdstellung stand vermutlich in Verbindung zu dem unmittelbar daneben stehenden Beobachtungsturm der DDR-Grenztruppen (Turm wurde 1993 abgerissen).

Standort: DDR-Grenzgebiet/Schutzstreifen.

Beobachtungs- und Sicherungsstellungen, teilweise mit Laufgraben, an der Ruine Habichtsburg mit Blick auf den westlichen Zollpostenpunkt 415.

Standort: DDR-Grenzgebiet/Schutzstreifen.

Erdstellung, ehemals Betonbunker mit Laufgraben am Helmersgraben.
Hier befinden sich Reste des Grenzmeldenetzes und der Markierungsstein der Deutschen Post der DDR, Nr.18.

Standort: DDR Grenzgebiet/Schutzstreifen.

Aufklärungs- und Schützenstellung mit Blick auf den Grenzknick, Reste des Grenzmeldenetzes. Oberirdische Masten mit Verkablungen befinden sich in der Nähe.

Standort: DDR Grenzgebiet/Schutzstreifen.

Erdstellung der DDR-Grenzstreife mit Blick auf die Grenzspitze.
In der Nähe befindet sich ein Markierungsstein der Deutschen Post der DDR für das Grenzmeldenetz mit der Nr. 40.

Standort: DDR Grenzgebiet/Schutzstreifen.

Über die Ergebnisse der Forschungen wurden bereits innerhalb der Feldstudien zahlreiche Skizzen sowie Lagebestimmungen angefertigt. Die vorgefunden baulichen Zeugnisse der deutsch-deutschen Grenzgeschichte wurden von Familie Erhard benannt und vermessen. Zu jeder Erdstellung gibt es ein Auffindprotokoll und eine Bilddokumentation mit Hintergrundinformationen. (Duplikate der Unterlagen befinden sich beim Landesamt für Archäologie in Weimar)

Im Rahmen der Dokumentationsreihe „Studien zur Denkmalforschung“ sind die vorbezeichneten Bodendenkmale von Familie Erhard aufgenommen und beschrieben worden.

Die vorgezeichneten Erdstellungen wurden im Jahr 2013 durch die Thüringer Denkmalschutzbehörde als geschützte Archäologische Bodendenkmale unter staatlichen Denkmalschutz gestellt.

 

Natur- und Umweltprojekt „Rhöndistel“

Bereits seit Ende der 1970er Jahre verfolgte Andreas Erhard das Ziel, im Bereich der bayerischen Rhön ein Natur- und Umweltprojekt mit richtungsweisendem Modelcharakter zu realisieren. Nach seinen Vorstellungen sollte im Rahmen eines solchen Projekts die Möglichkeit von Einklang und der Ergänzung, landwirtschaftlich genutzter und naturbelassener Flächen aufgezeigt werden.

Diese Überlegungen wurden ab 1989/90 durch die Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard weitergeführt und im Jahr 2014 realisiert.

Andreas Erhard war von 1979 bis 1981 in der Rhönkaserne am fuße des Kreuzbergs/Rhön bei der Bundeswehr stationiert. Bereits in dieser Zeit, bis in die 2000 er Jahre hinein wurden in diesem Gemarkungsbereich Grundstücke und Flächen erworben.

Im Jahr 2012 eröffnete sich nun die Situation, dass die erworbenen Teilflächen im Zuge von Grundstückzusammenlegungen und Arrondierungen zu einer Fläche verschmolzen werden konnten. Das nun über einen Hektar große Grundstück, welches am Nordhang der Kreuzberggruppe liegt, soll nach der Vorstellung von Familie Erhard im Einklang mit dem Natur- und Artenschutz sowie wirtschaftlich genutzt werden.

Die Fläche liegt unmittelbar an einem, über hunderte Jahre alten Verbindungsweg zum Kloster Kreuzberg. Laut überlieferten Landkarten und Messblättern von dieser Bergformation aus den Jahren um 1710 könnten auf dem Grundstück seinerzeit Gebäude oder Steinwälle gestanden haben. Es könnte sich hierbei um längst vergessene Gehöfte oder Siedlungen handeln. Im Zuge der Missionierung der Hochrhön wäre auch ein Kloster, oder eine Verteidigungs- bzw. Wallanlage an diesem Standort möglich gewesen.

Das Grundstück teilt sich heute in drei Kernbereiche, welche in besonderer Weise harmonieren, auf. Ein Teilbereich ist mit einer Quelle versehen und wird daher der Natur überlassen. Wie vor hunderten von Jahren, soll eine Streuobstwiese daran anschließen, diese wird im Jahr 2014 von Familie Erhard angepflanzt werden. Als Gehölze sind hierbei durchweg heimische, oft bereits vergessene Apfel-, Birnen- oder Kirschensorten ausgewählt worden. Ein Fichtenbestand, dieser wurde vermutlich als Erosions- oder Windschutz in den 1940er Jahren durch den Reichsarbeitsdienst errichtet wird durchweg wirtschaftlich genutzt.

Alle drei Teilbereiche des Natur- und Artenschutzprojektes „Rhöndistel“ fügen sich in besonderer Weise in die Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft der „Hohen Rhön“ ein. Das Projekt zeigt modellhaft und prägnant, dass sich Naturschutz, Artenschutz sowie Land- und Forstwirtschaft in einzigartiger Weise ergänzen können.

Nach über 30 Jahren konnten somit die Visionen, zum gelebten Umwelt- und Naturschutz von Andreas Erhard und Familie verwirklicht werden.

 

Forschung- und Dokumentation – vorbereitete Sperr- und Sprengvorrichtungen aus der Zeit der deutschen Teilung auf bundesdeutschem Gebiet

Bereits im Zuge der bundesweiten Forschungen zu den Dokumentationen „Denkmalprofile“ (2010) und „Bauliche Zeugnisse der westlichen Landesgrenze“ (2012) konnten von Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard themenbezogene Erkenntnisse gesichtet und dokumentiert werden.

Im Verlauf der weiteren Studien bemerkte Familie Erhard, dass aussagekräftige Materialien oder dokumentarische Abhandlungen zu den vorbereiteten Sperren auf bundesdeutschen Gebiet eher spärlich und zumeist nicht tiefgründig vorliegen. Die ersten Recherchen der Familie Erhard im Zusammenhang zu diesen baulichen Zeugnissen der deutschen Teilungsgeschichte verliefen daher durchweg auch ohne konkrete Ergebnisse.

Die ehemals für die vorbereiteten Sperren zuständige Bundeswehrverwaltung wurde seit 1990 mehrfach umstrukturiert und hatte mit der besagten Thematik längst nichts mehr zu tun. Auch bei den ehemals zuständigen Straßen-, Gewässer- oder Bahnverwaltungen zeigten sich ähnliche Verwaltungsstrukturen.

Ein Großteil der Soldaten und Verwaltungsbeamten, welche bis 1990 mit der Thematik befasst waren verweilten zwar noch im Dienst, diese Zeitzeugen hatten allerdings heute durchweg andere Aufgabenbereiche. Sachdienliche Unterlagen und Aufzeichnungen zu den vorbereiteten Sperren zur Zeit der deutschen Teilung erschienen daher unwiderruflich vernichtet und konnten deswegen vermutlich nicht weiter dokumentiert werden.

Sperrmittelhaus HaßbergeFamilie Erhard wollte sich mit diesem Umstand allerdings nicht abfinden. Nur zu gut kannten die Erhards, die zahlreichen und unvorhersehbaren Facetten der Denkmalforschung. Nach langjährigen, konsequenten bundesweiten Ermittlungen, welche der Arbeit von Zielfahndern glich, diese wurden auch im benachbarten Ausland geführt, konnten umfängliche Bilddokumente und Datensätze zu den vorbereiteten Sperren gesichtet und erworben werden. In der Gesamtkonsequenz war nun die Ausarbeitung eines dokumentarischen Werkes möglich.

Im Jahr 2014 wurde die Dokumentation „Denkmalforschung zu den Sperr- und Sprengvorbereitungen zur Zeit der deutschen Teilung“ auf den Markt gebracht.

Familie Erhard bei der Besichtigung von Sperrmittelhäusern in den Haßbergen © 2014

Die mannigfaltigen Erkenntnisse, welche Familie Erhard in diesen Zusammenhang erlangte, wurden auch den Denkmalfachbehörden zur Kenntnis gebracht.

 

Erforschung und Benennung der sowjetischen Aufklärungsstellung (GSSD) bei Schwickershausen/Thüringen

Im Zuge zahlreicher Zeitzeugenbefragungen u.a. bei Angehörigen der früheren Deutschen Volkspolizei der DDR und den westlichen Grenzkontrollorganen bekam Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard mehrere Hinweise auf eine russische Feldstellung oberhalb der Ortschaft Schwickershausen.

Eine erste Begehung durch Familie Erhard Anfang 2013 ließ bereits den Umfang und die Zielsetzung der Baulichkeiten und Feldbefestigungsanlagen erkennen. Nachdem die russischen Besatzungseinheiten die ehemalige DDR in den 1990er Jahren verlassen hatten, wurden die Baulichkeiten dem Verfall überlassen. Eine gewerbliche Widmung oder die Nutzung durch Jugendgruppen erschien zeitweise als sinnvoll.

Forschung Schickershausen

Für Familie Erhard stand außer Frage, dass es sich bei diesen Hinterlassenschaften um aussagekräftige Sachzeugnisse der deutschen Teilungszeit und der alliierten Besatzung in der ehemaligen DDR handelt.

Somit erfolgte im Januar 2014 die umfängliche Erforschung und Benennung des ehemals militärisch genutzten Waldstreifens oberhalb von Schwickershausen.

Bei der besagten sowjetischen Aufklärungsstellung handelt es sich um eine militärische Einrichtung der „Gruppe sowjetischer Soldaten in Deutschland“ (GSSD) Die Aufklärungsstellung befindet sich auf einer wallähnlichen Anhöhe.

Elke Erhard bei der Sicherung von Funden © 2014

Der Bergrücken unterteilt hierbei die Gesamtanlage in eine „Südseite“ und eine „Nordseite“. An der Südseite, welche in die 1980er Jahre zu datieren ist, befinden sich neben einem einstöckigen Funktionsgebäude noch zahlreiche Erdstellungen.

Auch ein befestigter Fahrzeugplatz sowie ein Munitions- und Sprengstoffbunker vervollständigen das Areal. Militärische Gerätschaften wie z. B. Halterungen und Seile für Antennen und Funkanlagen, aber auch noch verlegte Kabel für Feldtelefone sind auffindbar. Nicht zuletzt geben zahlreiche Schnitzereien auf älteren Buchen Hinweise auf die Präsenz und die Schanztätigkeit der sowjetischen Armee ab.

Die Nordseite, hier befinden sich ausschließlich Schützenstellungen, welche in den Bergrücken gegraben wurden, dürfte bereits in den 1960er Jahren angelegt worden sein. Hierzu passen mehrere Betonfundamente und auffällige Erdverwerfungen. Bis in die 1980er Jahre könnte hier ein umfängliches Erdbunkersystem für bis zu zwanzig Soldaten gestanden haben.

Auch ein, per Bilddokument nachgewiesener Beobachtungsturm (abgebaut in den 1970er Jahren) dieser bestand aus einer Holzkonstruktion könnte in Verbindung zu diesem unterirdischen Bunker in der Nähe z. B. am Waldrand errichtet gewesen sein.

Die gesamte Anlage wurde im Jahr 2014 von Familie Erhard dokumentarisch erfasst und bebildert. Die Ergebnisse liegen innerhalb ihrer Archäologischen Studien zur Denkmalforschung vor. Den zuständigen Denkmalfachbehörden in Thüringen wurden die Ergebnisse dieser Feldforschung zur Kenntnis gebracht.

 

Rückblick auf ein viertel Jahrhundert und das schönste Engagement der Welt

Wer erinnert sich nicht, die bewegenden Wochen im Herbst 1989 und dann die Zeit wo Deutschland als Ganzes Geschichte schrieb. Viele Akteure der deutschen Einheit hatten Visionen, Pläne und unvorstellbare Zukunftsgedanken. Wie im Rausch eiferten Millionen von Bundesbürgern den Verlockungen von Geld, Macht und unermesslichen Reichtum beim ausgelobten Staatsziel „Aufbau Ost“ nach.

Patentrezepte für den Umgang mit dem neuen und unbekannten Land aber ganz besonders mit den Menschen in der DDR gab es keine. Somit war jeder dieser Glücksritter auf sich selbst gestellt. Als Parameter des Erfolgs galt einzig und allein das erwirtschaftete Geld bzw. die ausgereichten Steuermillionen.

Bürgerschaftliches Engagement und privatinitiativer Ideenreichtum hatten so gut wie keinen Stellenwert mehr und wurden im Sog der Goldgräberstimmung einfach ausradiert. Dass Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard innerhalb dieser als einmalig anzusehenden Zeitspanne ganz andere Wege ging, hat sicherlich mit Lebenserfahrung, Lebensberufung und Anstand dem Mitmenschen gegenüber zu tun.

Auch Familie Erhard hatte keine vorgefertigten Lösungen zum Gestalten der deutschen Einheit in der Schublade. Aber ihre Vision vom Bürgerschaftlichen Engagement und das daraus resultierende Ziel der Gestaltung des Zusammenwachsens von ost und west hatte für sie eine breite Basis des zukünftigen bürgerschaftlichen Wirkens. Noch dazu wollte Familie Erhard für ihr Engagement keine staatlichen Subventionen, Fördergelder/Steuergelder in Anspruch nehmen.Pressebericht Main-Post

Nach ersten Versuchen und Unternehmungen in den frühen 1990er Jahren konnten mit dem Erwerb von Liegenschaften in den neuen Bundesländern erste Projekte in den Bereichen Denkmalpflege, Naturschutzbestrebungen und museale Aktivitäten umgesetzt werden.

Mit der Zeit, ab der Jahrtausendwende, kamen nun bundesweite und europaweite Aktivitäten zur gelebten deutschen Einheit dazu. Hier waren es in erster Linie landespolitische oder kommunalpolitische Entscheidungsträger, welche mit der Thematik von „Teilung vermitteln und Einheit gestalten“ durch Familie Erhard befasst wurden. Gerade diese Volksvertreter und kommunalen Verwaltungsebenen verstanden, (oder wollten es nicht verstehen) allerdings allzu oft das Ansinnen der Familie Erhard nicht. Gerade die feste Überzeugung, ausdrücklich kein Steuergeld für das geleistete Engagement in Anspruch zu nehmen, erwies sich mit den Jahren auf allen politischen Ebenen für Familie Erhard als außerordentlich negativ.

Pressebericht der Main-Post vom 02.10.2014 © 2014

So wieherte im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Bestrebungen zur Aufarbeitung der Teilungsgeschichte und der gelebten Deutschen Einheit der sprichwörtliche Amtsschimmel oft recht kräftig. War es z.B. das Projekt zu den „Straßen und Brückenbenennungen nach der deutschen Einheit“ oder touristische Ausschilderungen, grundsätzlich wurde von Amtswegen abgelehnt oder negativ entschieden. 

Viel mehr noch, ging es um die zahlreichen Veröffentlichungen, Ausreichungen von Prädikaten oder Werbung für Einrichtungen und Initiativen, welche sich mit der Teilungsgeschichte befassen, so wurden durchweg von den politischen Kräften im Lande, nur die mit Steuergeld geförderten Einrichtungen berücksichtigt. Projekte und Initiativen welche ohne Steuergeld ihren Beitrag zur Geschichtsaufarbeitung leisteten, erschienen für die politischen Einrichtungen nicht existent und wurden daher in der Regel auch nicht berücksichtigt. Dass nun die vielen Projekte und Initiativen der Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard im Verlauf des letzten viertel Jahrhunderts doch noch sehr erfolgreich wurden, liegt sicherlich am außergewöhnlichen Fokus an Ideen, der mannigfaltigen Durchsetzungskraft aber auch dem unverrückbaren Glauben dass, bürgerschaftliches Engagement wahrhaft Berge versetzten kann.

Auch haben unzählig viele Menschen in ost und west die vielen großen und kleinen Projekte begleitet, gefördert und zur Vollkommenheit geführt. Politische Kräfte, egal auf welcher Ebene der staatlichen Hierarchie haben hingegen, bis auf wenige Ausnahmen, keinen Anteil an dieser bundesweit einmaligen Erfolgsgeschichte des gelebten Bürgerengagements.

 

Projekt Einheitspostkarte

Anlässlich des 25. Jahrestages der Wiedervereinigung Deutschlands entwickelten Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard im Jahr 2015 mehrere Projekte und Initiativen zur weiteren Gestaltung und Umsetzung des Zusammenwachsens von ost und west. Gerade der Umgang mit der Einheit im Lande und das konsequente weiterführen der Vorgaben vom Zusammenwachsen aller deutschen fokussiert sich innerhalb der politischen und gesellschaftlichen Gruppen seit längeren Jahren mehr und mehr auf den Zeitraum um den 3. Oktober.

Für Familie Erhard steht außer Frage: Die Einheit Deutschlands, das Zusammenwachen von ost- und west sowie die Vermittlung des historischen Vermächtnisses der deutschen Teilung sollte über das ganze Jahr hinweg in allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen deutlich stärker Einzug halten. Aus diesem Grund wurde die sogenannte Einheitspostkarte entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine Postkarte, diese ist einseitig bedruckt und auf der Rückseite für individuelle Grüße oder Texte frei.

Ab Februar 2015 bis zum Oktober 2015 verschickt Familie Erhard ein kleines Kontingent von je fünf Einheitspostkarten an politisch Verantwortliche, Personen der Unterhaltungs- bzw. unterschiedlicher Gesellschaftsebene und an, im Zufallssystem ausgewählte Menschen im Lande. Diese so mit der Thematik betrauten Personen sollen die ihnen überlassen Einheitspostkarten nutzen und für Glückwünsche, persönliche Zeilen oder anderweitige Texte, welche auf der freien Rückseite aufgeführt werden können, versenden. Mit dem Übermitteln dieser Einheitspostkarten sagen die Absender „Ja“ zur deutschen Einheit und gestalten Aktiv mit.

Einheitspostkarte © 2015

 

Wein- und Sektkreation „Deutsche Einheit“

Unter dem Aspekt, dass das Vermächtnis der deutschen Teilung und der Einheit des Landes mit den Jahren immer mehr ausschließlich auf den staatlichen Feiertag dem 3. Oktober fokussiert wird, ist es uns, Elke, Andreas und Manuel Erhard ein großes Anliegen, zahlreiche symbolische Bausteine zur gelebten deutschen Einheit bundesweit einzubringen. Wein der Einheit

Daher steht für uns außer Frage, die Einheit des Landes sollte über das ganze Jahr hinweg in möglichst vielen Facetten des täglichen Lebens Einzug halten. Der Alltag der Menschen  erscheint uns hierbei als tragfähiger Multiplikator im Umgang mit der jüngeren deutschen Geschichte. Eine neu gewidmete Wein- bzw. Sektkreation mit dem Namen, Wein-, Sektkreation „Deutsche Einheit“ wurde von uns initiiert. In den Folgejahren wurden in diesem Zusammenhang zahlreiche auf West- und Ostdeutschland befindliche Winzergenossenschaften, Gebietswinzereien sowie staatliche und private Winzerbetriebe mit dieser Thematik befasst. Unser Anliegen beinhaltet seither die Anregung innerhalb dieser Wein- bzw. Sektkreation „Deutsche Einheit“ unterschiedlichen Wein- oder Sekterzeugnisse zu benennen, anzubieten und zu vermarkten. Interessierten Wein- bzw. Sektwinzergenossenschaften haben seither die Möglichkeit eine kostenfreie Lizenz zur Nutzung der Wein- und Sektkreation „Deutsche Einheit“ von uns zu erhalten.

                                                                                                                                                                Wein der Einheit, Abfüllung 2015 © 2016

 

Erforschung und Benennung der Feldstellung der Deutschen Grenzpolizei bei Milz/Thüringen

Im Rahmen von zahlreichen Feldforschungen, die erste erstreckte sich bereits auf das Jahr 2004, konnten wir, Elke, Andreas und Manuel Erhard im Jahr 2015 die Beobachtungs- und Verteidigungsstellung auf dem Warthügel bei Milz erforschen, benennen und dokumentieren. Bei der besagten Erdstellung handelt es sich um eine von Menschenhand geschaffene Feldbefestigungsanlage. Das Entstehungsjahr dürfte auf 1954 zu datieren sein. Umfängliche Veränderungen in den Folgejahren sind anzunehmen und belegt.  Die Stellung war mit Sicherheit bis hin zur Gruppestärke für die Angehörigen der Deutschen Grenzpolizei und später für die Soldaten der DDR-Grenzkontrollorgane ausgelegt. Bei der gesamten Feldbefestigungsanlage handelt es sich um eine Hauptstellung, diese zeigt deutliche Parallen zu Plänen/Skizzen  einer Beobachtungsstellung eines Kommandeuers.  Als weiteres finden sich eine Schützenstellung, Fernmeldestellung sowie zwei Erdstellungen zur Eigensicherung. Die  Feldbefestigungsanlage ist mit Laufgräben verbunden. Bei den Forschungen konnten Reste der Bekleidung von DDR-Soldaten sowie Teile von militärischen Verpackungsmaterial aufgefunden werden. Markierungssteine der Deutschen Post der DDR sowie Teile des Grenzmeldenetzes befinden sich ebenfalls im Areal. Etwas abgesetzt von der eigentlichen Stellung  in nordöstlicher Richtung steht heute noch die Ruine eines Beobachtungsturmes. Dieser wurde im Jahr 1978 erbaut und diente bis zur politischen Wende in der DDR zur Grenzsicherung. Die Erkenntnisse aus diesen Forschungen wurden den zuständigen staatlichen Denkmalschutzbehörden in Thüringen zur Kenntnis gebracht. Unsere gesamten Forschungsergebnisse mit aussagefähigen Kartenausschnitten, diese beinhalten auch Urmessblätter der Erstvermessung des Warthügels sowie Zeitzeugenberichte sind innerhalb unserer Archäologischen Studien zur Denkmalforschung (e-documetations) im Jahr 2016  veröffentlicht worden.

 

Radwanderwege der deutschen Einheit

Das Fahrrad wurde in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zur Freizeitgestaltung durch die Bevölkerung entdeckt. Gerade im Umgang mit den aktiven und gesundheitsfördernden Aspekten erlebt das Radwandern aber auch das Langstreckentourenfahren immer größerer Beachtung.

Die Bundesländer haben längst auf diese Situation reagiert. Zahlreiche Radwege sind in der Vergangenheit entstanden. Teilweise wurden diese ausgeschilderten Radwege auch mit z.B. regionalen Bezeichnungen versehen oder erhielten eine Nummernfolge. Die Einzeichnung in spezielle Kartenwerke und die Präsentation in touristischen PR-Auftritten der Regionen erfolgte ebenfalls. In den  Bundesländern, welche zur ehemaligen innerdeutschen Grenze Bezug haben, wurden somit auch ost-west-länderübergreifende Radwege realisiert. Diese verlaufen oft unmittelbar an der Schnittstelle der früheren DDR-Grenzziehung, auch tangieren diese Radwege teilweise Grenzdenkmale, Grenzlandmusen und Erinnerungsstätten.

Radtour der EinheitIm Hinblick auf den 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung verfolgten nun Elke, Andreas und Manuel Erhard die Vorstellung, solche Ost-West-Radwege nach der deutschen Einheit zu benennen. Mit einer solchen Benennung könnte an das Vermächtnis von Teilung und Einheit erinnert werden. Zudem würden sich im Rahmen von Radtouren unterschiedliche Personengruppen als auch die jüngere Generation mit der Teilungsgeschichte befassen. Im Jahr 2015 wurden somit alle mit dieser Thematik befassten Bundesländer, das sind: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Sachsen, Thüringen, Hessen und Bayern mit einer entsprechen Anregung durch Familie Erhard schriftlich befasst. Entsprechende Gestaltungsentwürfe für eine solche Beschilderung nach der deutschen Einheit wurden ebenfalls eingereicht. Die zumeist schriftlichen Stellungnahmen zeigen, dass in Sachen Radwege und deren Beschilderung alle beteiligten Bundesländer sehr unterschiedliche Verfahrensweisen und Vorgaben haben. Die Anregung der Familie Erhard wurde seinerzeit von den meisten befassten Bundesländern in die weiteren Überlegungen einbezogen. Auch wurden alternativ grenznahe Städte, Landkreise und Gemeinden mit den Anregungen befasst.

Radtour der Einheit in der Rhön-Grabfeldregion © 2016

 

Entdeckung, Erforschung und Benennung der Beobachtungsstellung der Deutschen Volkspolizei bei Wolfmannshausen/Thüringen

Im Zusammenhang mit der lückenlosen Kontrolle und Überwachung des Grenzgebiets der DDR konnten durch die Angehörigen der Deutschen Volkspolizei besonderes im Bereich der Sperrzone Beobachtungsstellungen errichtet und teilweise umfänglich ausgebaut werden.

Aus diesen Beobachtungsstellungen heraus sollten einer oder mehrere Angehörige der Deutschen Volkspolizei einen möglichst großen Geländeabschnitt, vornehmlich im Bereich der Schnittstelle des DDR-Grenzgebiets zum Inland der DDR beobachten können. Im Rahmen der Denkmalforschungen der Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard zu den unterschiedlichen Dokumentationen im Grenzabschnitt 44 wurden vereinzelt Hinweise auf eine solche Beobachtungsstellung in der Nähe von Wolfmannshausen erlangt. Diese Informationen, welche von Zeitzeugen stammten, konnten lange Zeit nicht zugeordnet werden. Es fehlten präzise Angaben und gesicherte Querverweise z.B. mittels Aktenmaterial wie militärische Kartenunterlagen aus der früheren Zeit.

Vermessung Erdstellung Wolfmanshausen

 

Im Jahr 2016 erlangte Familie Erhard Kenntnis über den Aufbau und der Zielsetzung solcher Beobachtungs- bzw. Hinterlandposten der Deutschen Volkspolizei. Auch konnte ein Angehöriger der westlichen Grenzkontrollorgane entscheidende Hinweise zur Existenz dieses Beobachtungspostens der Deutschen Volkspolizei geben.

Im gleichen Jahr wurde mit der Erforschung, Vermessung und Bebilderung dieser Erdstellung begonnen. Die zuständigen Denkmalfachbehörden für Bodendenkmale in Thüringen wurden zeitnah von den Forschungen in Kenntnis gesetzt.

Manuel Erhard bei der Vermessung der Erdstellung © 2017

 

„Rosen der Einheit“ im öffentlichen Grün

Im Hinblick auf den 25. Jahrestag der deutschen Einheit im Jahr 2015 konnte Familie Erhard die Rose der Einheit initiieren und der Öffentlichkeit übergeben.

Zahlreiche Anfragen zur Besonderheit dieser Rose sowie den Vorgaben zur Züchtung gingen in dieser Zeit ein. Von großem Interesse im Rahmen der zahlreichen Anfragen war hierbei die Auswahl der zwei Farben und deren Verschmelzen zu einem Samtrot zum Zeitraum der vollen Blüte der Rose. Im gleichen Jahr wurde der Rose der Einheit das unter Rosenkennern sehr begehrte ADR-Prädikat verliehen. Dieses bescheinigt der Rose eine besonders gute Wuchsform, die pflegeleichte Handhabung sowie gute winterharte Eigenschaften. Die Pflanzung ist daher für den Hobbygärtner ebenso interessant, als auch für das Einbringen in öffentliche Parkanlagen bestens geeignet.

Im Jahr 2016 initiierte Familie Erhard daher das Projekt „Rosen der Einheit im öffentlichen Grün“. Im Rahmen dieser Initiative werden regelmäßig Städte und Gemeinden im gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland angeschrieben, und gebeten z.B. Rosenbeete oder Rosenensembles mit der Rose der Einheit, in den öffentlichen Parkanlagen oder öffentlichen Grünflächen zu bepflanzen.

Rose der Einheit - Beet in Den Haag (C) Kordes´ Söhne

Auch alle deutschen Landtage sowie das Bundespräsidialamt und Bundeskanzleramt wurden gebeten innerhalb ihrer zumeist repräsentativen Parkanlagen, Rosen der Einheit pflanzen zu lassen.

Durch diese Pflanzungen in den öffentlichen Gärten und Anlagen sollen weitere Akzente der gelebten deutschen Einheit in möglichst vielen öffentlich zugänglichen Anlagen Platzierung finden und somit das Vermächtnis der deutschen Einheit in die nächsten Generationen weitergetragen werden.

                                                                                                                               Rose der Einheit, Rosenbeet in Den Haag (Niederlande) © 2017

 

Entwicklung und Aufbau von Grenzlandbild- und Textdaten

Die Idee zu einer Grenzlandbildstelle mit Archiv sowie der Grenzlanddatenbank kam von der Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard. Bereits Ende der 1990er Jahre realisierten diese eine Fragebodenaktion sowie zahlreiche persönliche Befragungen zur Ermittlung von baulichen Hinterlassenschaften der deutschen Teilungsgeschichte in allen Bundesländern mit Bezug zur ehemaligen innerdeutschen Grenzziehung und dem Großraum Berlin. In die Forschungen wurden auch alle zuständigen Landesdenkmalämter bzw. Landkreise, Städte und Gemeinden einbezogen. Bei den Forschungen legte Familie Erhard den Schwerpunkt auf Grenzdenkmale, Erinnerungsstätten sowie Grenzlandmuseen. Die Forschungen und Befragungen erfolgten länderübergreifend auf dem Gebiet der Altbundesrepublik sowie in den neuen Bundesländern. Eine Grenzlandbildstelle sowie ein themenbezogenes Archiv wurde in den Folgejahren realisiert. Mit dem Zeitpunkt von neueren Speichermöglichkeiten sowie digitalen Aufbereitungsformen konnte im Jahr 2017 eine digitale Grenzlanddatenbank entwickelt werden. Diese ist in Form eines Registers aufgebaut und in VI Abteilungen gegliedert. Abteilung I beinhaltet eine Objektbeschreibung mit genauer Ausführung von Zusatzinformationen und Zweckinformationen, Abteilung II ist der genauen Standortbeschreibung vorbehalten, Abteilung III gibt Auskunft über Eigentümerangaben sowie Rechte Dritter oder Schutzstellungen und Abteilung VI befasst sich mit sonstigen relevanten Angaben zum Objekt. Alle Textdokumente, Daten, Karten und Bilddokumente, welche von Familie Erhard in den letzen Jahrzehnten im Rahmen ihrer zahlreichen Denkmalforschungen sowie Forschungsreisen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und Berlin angelegt wurden, sind nun innerhalb der Grenzlanddatenbank vereinfacht zusammengefasst, zugeordnet und abrufbar.

Diese Daten dienen in erster Linie zur tieferen und konsequenten Denkmalforschung der baulichen Hinterlassenschaften der Teilungsgeschichte, der Forschung im Rahmen der zahlreichen Erinnerungsbestrebungen am deutsch-deutschen Grenzverlauf und Berlin sowie der Beobachtung und Einschätzung von musealen Bestrebungen im Rahmen von Grenzlandmuseen. Der umfängliche Fundus an Kartenmaterialien, Text und Bilddokumente, Zeitzeugenprotokolle u.a. werden auch weiterhin im Original als Papierausführung innerhalb der Grenzlandbildsstelle/Archiv registriert und zur Forschungszwecken weitergeführt und aufbereitet. Für die Erstellung und regelmäßige Überarbeitung der Grenzlandbildstelle, des Archivs und der Grenzlanddatenbank werden keine Steuermittel/Fördergelder durch Familie Erhard in Anspruch genommen.