1990er

Artenschutz- und Naturschutzprojekte

Anfang der 1990er Jahre noch zu einer Zeit als umfängliche Naturschutz- und Artenschutzbestrebungen in den Anfängen waren, erwarb die Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard in der hohen Rhön und in ihrem Heimatlandkreis mehrere Grundstücke. Für die Familie Erhard stand es außer Frage, dass an besonders exponierten Stellen und Regionen landwirtschaftliche Flächen, die durch intensive Bearbeitung zurückgedrängte Tier- und Pflanzenwelt zurückgeführt werden sollten. Ein Biotopverbund im Einklang mit der Menschlichen Nutzung von Flächen währe hierbei bundesweit wünschenswert.

Die Alteigentümer erachteten diese Flächen als Nutzungsland, eine Umnutzung zu landwirtschaftlichen Ackerflächen stand bevor.

Bei den erworbenen Flächen handelte es sich um ein Bachgrundstück, eine Waldwiese, ein Quellengrundstück und einen Magerrasen.

Bereits nach wenigen Jahren der naturbelassenen Nutzung, stellten sich wieder ehemals heimische Tiere und Pflanzen auf den besagten Grundstücken ein.

 

Projektbeispiele:

Naturprojekt Eisbach (Bachgrundstück)

Hier konnte eine größere ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche, zu welcher ein Bachlauf gehört erworben werden. Durch gezielte Renaturierungsmaßnahmen siedelten sich hier bereits nach kurzem vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere wieder an.

 

Artenschutzprojekt Mühlwiesen (Waldwiese)

Um der planmäßigen Aufforstung durch die Waldwirtschaft zu entgehen, erwarb Familie Erhard eine umfängliche Waldlichtung (Wiese) am Fuße der Rhön.

Nach Vorstellung von Familie Erhard sollten hier im Zuge der Zeit ehemals heimische Kräuter, Pflanzen und Tiere einen Lebensraum finden.

Selbst ein Lebensraum für die sehr seltene Wildkatze konnte somit geschaffen werden.

 

Natur- Pflegeprojekt Mühlbach (Quellengrundstück)

In der Nähe zu den Mühlwiesen konnte durch Familie Erhard ein Bachlauf erworben werden, dieser ist Zeugnis vulkanischer Aktivitäten, welche die hohe Rhön vor Millionen von Jahren beherrschten. Zahlreiche Basaltquader zeugen davon.

Der naturbelassene Bach ist heute Lebensraum zahlreiche Insekten und Wasserlebewesen.

 

Umweltprojekt Heidelstein (Magerrasen)

Gerade der Verbund von Magerrasen und Hochmooren ist ein deutliches Zeichen für die Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft der hohen Rhön.

Noch bis in die Mitte der 1900er Jahre intensiv genutzt und umgestaltet, stellen diese Flächen auf den oftmals sehr rauen Mittelgebirgsrücken der Rhön ein wertvolles Natur- und Arten Refugium dar.

In Verbindung mit einer naturnahen Beweidung, Z.B. durch Schafe wird sichergestellt das die Einzigartigkeit der Magerrasenfläche erhalten bleibt.

 

Heute werden die Flächen in Verbindung mit den Naturschutzbehörden gepflegt und betreut.

 

Gemeinnützige Förderprojekte

Um gezielt zu helfen, wo die Not am größten ist initiierte Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard in den 1990er Jahren eine Reihe von gemeinnützigen Hilfs- und Förderprojekten.

So wurde z.B. fast über Nacht die Kugellagermetropole Schweinfurt zur Krisenregion.

Die ansässige Großindustrie steckte in einer tiefen Rezession, tausende Menschen verloren ihren Arbeitsplatz und ihre Existenz. Selbst Stimmen, dass der Bundeskanzler jetzt kommen müsse und es richten soll wurden in der Bevölkerung am Maindreieck laut.

90er2Familie Erhard setzte in dieser Zeit auf ihr Leitmotto nach mehr bürgerschaftlicher Initiative für die Region.

Sie gründeten daher 1993 den Hilfsfonds „Initiative für Schweinfurt“, dieser beinhaltete auch ein Bürgertelefon für ratsuchende Menschen und die Aktion „Arbeitsmarkt Blitzlicht“ für in die Arbeitslosigkeit gerutschte Personen.

Die Aktion „Arbeitsmarkt Blitzlicht“ wurde in Kooperation mit dem Arbeitsamt Schweinfurt und den regionalen Medien gestaltet.

Familie Erhard bei der Übergabe der Fonds Stiftungsurkunde in Schweinfurt © 2013

Weitere Förderprojekte, welche von Familie Erhard initiiert wurden, sind:

- Brasilienhilfe für mittellose Menschen im Regenwald Brasiliens

- Hilfe für Straßenkinder in Deutschland

- Nashville Hilfsfonds für Bedürftige

- Grenzlandfonds an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

- Gestaltungsfonds „Deutsche Einheit“

- Und weitere…

 

Feuchtbiotob „Alt Weipoltsdorf“

Nach der Überzeugung von Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard sollten die zur Zeit beginnenden staatlichen Naturschutzbestrebungen auch von den Bürgern im Land umgesetzt und unterstützt werden.

Im Jahr 1993 kaufe Familie Erhard daher in ihrer Heimatregion ein landwirtschaftlich genutztes Grundstück, auf welchen sich eine Quelle befand.

Ziel war es, einem früheren, vor der Flurbereinigung in den 1960er Jahren, dort bestehenden Feuchtbiotob wieder entstehen zu lassen.

Die noch bestehende Quelle war zudem ein letzter Hinweis auf einen kleinen Weiler (sechs bis acht Häuser) welcher mit den Verwüstungen im 30-jährigen Krieg untergegangen war.

Der Flurname „Weipoltsdorf“ sowie die Anordnung der Grundstücke erinnert heute noch daran.

Nach umfänglichen Gestaltungsmaßnahmen, welche in Verbindung mit der Naturschutzbehörde durchgeführt wurde entstand eine Teichfläche. Eine Tief- und Flachwasserzone sowie ein Trockenbereich wurden eingerichtet.

DIGITAL CAMERAAlle Arbeiten sowie die Kosten wurden von Familie Erhard eigenverantwortlich übernommen.

Bereits nach wenigen Jahren ist eine breite Vielzahl von geschützten Tieren und Pflanzen zurückgekehrt.

Das Feuchtbiotob „Alt Weipoltsdorf“ zählt heute bereits als Beispiel von gelebten Bürgerengagements. Es wird zu Schulungs- und Studienzwecken rege von Schulkassen, Vereinen und interessierten Menschen angenommen.
  

Seerosen im Feuchtbereich des Biotops © 2013

 

Europatag privater Initiativen – Europatagmedaille

Bei genauerer Analyse der staatlichen Ehrungsmodalitäten, zeigte sich immer deutlicher, dass im zunehmenden Maße Förderprojekte von prominenten Personen wie z.B. Schauspieler, Sportler oder reichen Personen der Zeitgeschichte, durch die Politik aber auch der Gesellschaft und den Medien in den Vordergrund gestellt werden.

Dem engagierten Menschen im Lande, welcher nicht in erster Linie den finanziellen Vorteil oder eine überproportionale Werbung in seinem gemeinnützigen Tun sieht, kommt somit immer weniger Interesse und Öffentlichkeitswirksamkeit zu Gute.

Um gerade diese Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern zu erreichen, welche oft für den Staat und die Gesellschaft außergewöhnliches Leisten und im Allgemeinen von staatlichen/politischen Ehrungen und Veröffentlichungen durch die überregionalen Medien nicht erreicht werden, eine Ehrung zu ermöglichen, widmete Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard zum 20. Oktober 1995 den sog. „Europatag privater Initiativen“, ein Jahr später stifte die Familie Erhard die sog. Europatagmedaille als öffentliche Belobigung für besonderes privates Engagement.

Seither werden alle Jahre Personen mit dieser Medaille ausgezeichnet, welche sich in besonderem Maß gemeinnützig in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens privat Initiativ betätigt haben.

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Förderprojekte von prominenten Personen des öffentlichen Lebens oder welche beruflich durchgeführt werden, finden bei der Vergabe der Europatagmedaille keine Berücksichtigung.

Seit 1996 werden alle Aktivitäten sowie die öffentliche Belobigung des Europatags privater Initiativen durch das Deutschen Kuratorium zur Förderung von Wissenschaft, Bildung und Kultur e.V. gewährleistet.

Vergabe der Europatagmedaille für Projekte bei der Jugendarbeit © 2013

 

Erste Kontakte in die neuen Bundesländer

In den bewegenden Tagen im November 1989 erreichten die Bürger der DDR das undenkbare. Im Rahmen ihrer friedlichen Revolution folgte der Zusammenbruch der Sowjetvorherrschaft mit allen seinen Konsequenzen.

RatNoch in der Zeit, in welcher die Einheit Deutschland nicht vorrangiges Ziel dieser Umbrüche war, ging Familie Erhard in das unbekannte neue Land. In erster Linie wollten Sie ihre Vorstellungen vom bürgerschaftlichen Engagement einbringen und zum Wohl der Menschen umsetzen.
Erste Begegnungen mit den Menschen in der DDR hatte Familie Erhard am 22. Dezember 1989, dem ersten Tag, an welchen die Grenzen ohne Passkontrolle in Richtung DDR befahren werden durften. Schnell entwickelten sich Anknüpfpunkte, gerade der Rat des Kreises sowie der Rat der Stadt Meiningen waren in den ersten Monaten stetige Gesprächs- und Verhandlungspartner. Zu dieser Zeit überrollte eine erste Lawine von westlichen Glücksrittern das neue deutsche Land. Jeder war auf der Suche nach seiner ureigenen Goldader, es ging um Profit, Reichtum und Macht. Die Menschen in der ehemaligen DDR kannten diese rein materiell orientierten Gedanken und Vorgehensweisen nur aus Schulbüchern, persönlich konfrontiert waren diese noch nie damit geworden. Familie Erhard entwickelte ihrem Leitmotto entsprechend daher Anfang der 1990er Jahre zahlreiche Handreichungen und Positionspapiere zum Ideellen und materiellen Wertverständnis.

Erster Schriftverkehr mit dem Rat der Stadt Meiningen vom 14.02.1990 © 2013

 

Explizit handelte es sich hierbei um die Publikationen:

„Private Initiative Ost“ – eine Handreichung zur privaten Initiative in den neuen Bundesländern

Stand: Februar 1990

„Private Initiative das Gebot der Stunde“ – Pressemitteilung mit Handreichung und Fallbeispielen zu bürgerschaftlichem Engagement.

Stand: Oktober 1990

„Private Initiative in den neuen Bundesländern – Herausforderung der 90er Jahre” – eine Handreichung mit Empfehlungen und Fallbeispielen für interessierte Bürger in den neuen Bundesländern.

Stand: Dezember 1990

 

Die vorbezeichneten Handreichungen und Positionspapiere gingen bis Mitte der 1990er Jahre in großer Auflage an zahlreiche kommunale und gesellschaftliche Verwaltungen oder Gruppen in den neuen Bundesländern.

Nach Überzeugung der Familie Erhard sollten alle politisch sowie gesellschaftlich handelnden beim zukünftigen Aufbau der neuen Bundesländer auf eine ausgewogene Wertvermittlung achten. Das Schultern der Gemeinschaftsaufgabe „Aufbau Ost“ dürfe nicht alleinig mittels politischer Subventionen und Fördergeldleistungen erbracht werden. Hier eröffnet sich die Gefahr einer Fördergeldmentalität ohne welche die Menschen im Lande nicht mehr eigeninitiativ tätig werden. Gerade dieses Anspruchsdenken der Menschen nach immer mehr Förder- oder Steuergeld in Verbindung mit zahlreichen Geldleistungen aus Europa-, Bundes- und Landeskassen könnte dann in der Zukunft zu unsteuerbaren Werteverschiebungen und weltweiten Finanzkrisen führen.

In den folgenden Jahrzehnten wurden von Familie Erhard zahlreiche Projekte zu den ideellen Werten entwickelt, durchgeführt und vorgelebt. Familie Erhard nimmt bis zum heutigen Tag ausdrücklich keine staatlichen Förderleistungen für ihre umfänglichen Projekte in Anspruch.

 

Umweltprojekt Thomasmühle

Bereits im Jahr 1992 erlangte Familie Erhard Kenntnis von einem Bahnhof welcher sich in einer Randlage des Thüringer Walds befindet. Seit dem der Bahnverkehr mit jedem Jahr rückläufiger wurde, hatte der Bahnhof keine wirtschaftliche Bedeutung mehr, er wurde Zunehmens dem Verfall überlassen.

Da das Bahngelände sich in einem besonders geschützten Teilbereich eines Biosphärenreservats befindet fand sich auch keine neue Nutzungsmöglichkeit seitens der Deutschen Bahn AG, der Abriss des Gebäudes stand somit bevor. Im Jahr 1997 konnte Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard nach langjährigen und zähen Verhandlungen den Bahnhof samt Gelände erwerben. Ihr Anliegen war es, dieses historisch wertvolle Bahngebäude, es stammt aus dem Jahr 1904, zu erhalten und nach der Instandsetzung für unterschiedliche Jugend- und Umweltschutzbestrebungen zu nutzen.

In einer zwei Jährigen Renovierungsphase wurden das gesamte Areal und das Bahnhofsgebäude von Familie Erhard in eigener Regie instandgesetzt. Die Arbeiten erfolgten an Wochenenden, arbeitsfreien Tragen und an Urlaubstagen. Bei den Renovierungsarbeiten wurden Refugien für geschützte Fledermausarten belassen bzw. neu errichtet.

Im Jahre 1999 konnte daher auch die Plakette „Fledermausfreundlich“ des Thüringischen Umweltministeriums zuerkannt werden.

Heute steht der Bahnhof für Umwelt- und Jugendprojekte in Verbindung mit den weiteren Initiativen der Familie Erhard zu Verfügung.

Das Areal zählt auch als Kleinod der thüringischen Bahngeschichte und der Historie der Zahnradbeförderung zum Rennsteig.

 

Natur- sowie Artenschutzbestrebungen und Deutsche Einheit

Noch im Jahr 1990, die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten stand noch nicht ausdrücklich zur Option, entwickelte Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard erste Positionspapiere und Thesen zu umfänglichen Natur- und Artenschutzaktivitäten.

90er6Nach der Vorstellung von Familie Erhard sollten in den zukünftigen neuen Bundesländern möglichst viele Refugien für geschützte Pflanzen und Tiere erhalten werden. Gerde in der DDR, welche durch eine Mangelwirtschaft über Jahrzehnte geprägt war, sind noch zahlreiche ältere Bausubstanzen und naturbelassene Regionen aufzuweisen. 

Informationsflyer zum Arten- und Naturschutz aus den frühen 1990er Jahren © 2013

Die einstige deutsch-deutsche Grenzlinie stellt hierbei ein einmaliges Natur- und Artenrefugium dar.

Ziel der Aktivitäten sollte hierbei ein möglichst eingebundener und ergänzender Denkmal- und Kulturschutz in Verbindung zum Natur- und Artenschutz sein. In den 1990 er Jahren sensibilisierte Familie Erhard daher auch verschiedene staatliche Verwaltungen und kommunale Träger. In erster Linie wurden Flyer verschickt, auch persönliche Vorsprachen und Erörterungen kamen zum tragen.
Ihren Visionen folgend forderte Familie Erhard nicht nur, in den Folgejahren handelte sie auch. So wurden alle in diesen Jahren als Baudenkmale erhaltenen und staatlich geschützten ehemaligen Grenzanlagen der DDR ausdrücklich durch Familie Erhard Artenschutz- und fledermausfreundlich gestaltet. Beispielweise ist die Grenzturmruine bei Bad Colberg heute Artenschutz, Forschungs- und Fledermauszentrum, die Grenzmauer bei Görsdorf gestaltete Familie Erhard als Kleintierhotel.

Das Thüringer Ministerium für Umwelt- und Naturschutz hat in diesem Zusammenhang die Plakette „Fledermausfreundlich“ über zehn mal für die unterschiedlichsten Projekte der Erhards verliehen.

                                                                                                                    

Denkmalschutzbestrebungen im Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze

 Errichtung und Widmung des Mahnmals Deutsch- deutscher Geschichte bei Behrungen

Noch zu einer Zeit in welcher die Grenzbefestigungsanlagen der ehemaligen DDR abgebaut und Entsorgt wurden, war Familie Erhard der Überzeugung, dass Fragmente der Grenzaufbauten als Denkmal oder Mahnmal Deutscher Geschichte erhalten werden sollten.

Vision der Familie Erhard war es mittels der originalen Grenzsachzeugnisse die Zeit der Teilung und den Glücksfall der Einheit Deutschlands zu vermitteln. 90er8So stellten diese im Jahr 1991 den förmlichen Antrag zur Erhaltung eines Führungsturms sowie Zaunanlagen beim zuständigen Bundesverteidigungsministerium. Da zu diesem Zeitpunkt bereits auf politischer Ebene der komplette Abriss der innerdeutschen Grenze und an exponierten Stellen der Neubau von nachgestellten Grenzlandmuseen beschlossen war, konnten Grenzanlagen nur in Ausnahmefällen erworben werden.

Informationsflyer zum Denkmalschtz aus den 1990er Jahren © 2013

Für den Nachbau der neu konzipierten Grenzlandmuseen wurden in der Folgezeit Millionen an Fördergeldern/Subventionen aufgewandt.

An eine Bau- und Bodendenkmalpflege sowie der Denkmalforschung an den originalen Grenzrelikten wurde zu diesem Zeitpunkt von staatlicher Seite nicht gedacht.

So konnte Familie Erhard zu diesem Zeitpunkt (Anfang der 1990er Jahre) keine Grenzanlage oder Reste von Grenztürmen oder Zaunanlagen erwerben.

Im Sommer 1999 entdeckte dann Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard an der thüringischen Landesgrenze bei Behrungen die dem Verfall preisgegebenen Reste der einstigen DDR-Grenzsicherung.

Die Grenzfragmente, dazu zählt ein früherer Grenzturm und Reste der Zaunanlagen wurden vermutlich bei den amtlichen Räumarbeiten, welche bis Mitte der 1990er Jahre andauerten, übersehen und schließlich vergessen.

Schnell stand für Familie Erhard fest, bei diesen Baulichkeiten handelt es sich um einzigartige Zeugnisse der Geschichte im Nachkriegsdeutschland. Die Erhaltung und weitere Nutzung als Mahnmal oder Denkmal erschien als erstrebenswert.

So erfolgte der Kauf des Areals, welches bis zu diesem Zeitpunkt noch im Eigentum der Gemeinde Behrungen stand.

In der Folgezeit wurden der Grenzturm und die weiteren Grenzrelikte durch Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard an Wochenenden, freien Tagen und im Urlaub renoviert und wieder instandgesetzt. Der Zeitaufwand bis zur Einweihung des Mahnmals im September 2001 betrug ca. 4000 Arbeitsstunden. Alle anfallenden Kosten wurden ebenfalls von Familie Erhard getragen.

Bei allen Ausführungen wurde der Aspekt von Kulturschutz und Artenschutz stets berücksichtigt. So dass das gesamte Areal des Mahnmals im Jahr 2002 auf Antrag von Familie Erhard als Baudenkmalensemble des Freistaats Thüringen unter staatlichen Denkmalschutz gestellt wurde. Im Jahr 2005 erfolgte eine zusätzliche Ausweisung von Teilbereichen als Archäologisches Bodendenkmal Thüringens.

DIGITAL CAMERABereits im Jahr 2000 hatte das Thüringer Umweltministerim die Plakette „Fledermausfreundlich“ zugeteilt.

Das Mahnmal Deutsch- deutscher Geschichte wird heute im Verbund des Deutsch-deutschen Freilandmuseums zu Erwachsen- und Jugendbildungszwecken genutzt.

Träger des Mahnmals ist das Deutsche Kuratorium zur Förderung von Wissenschaft, Bildung und Kultur e.V.

Blick auf das Mahnmal deutsch-deutscher Geschichte bei Behrungen vom Bundesland Bayern aus © 2013